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Nebes Kollege Schmoll, Hauptkommissar wie er, ihm aber untergeordnet, hat sich was einfallen lassen, um aufzufallen. Er bemängelt die mangelnde Öffentlichkeitsarbeit der Polizei und führt eine Art Bürger-Sprechstunde zur Prävention ein, jeweils Donnerstags. Und dann kommen sie, die notorischen Denunzianten, die sich über potentielle Gefahren missliebiger Nachbarn auslassen und eben Rentner, die was gefunden haben.
"Das haben wir nun davon. Leute, deren Leben nicht ganz ausgefüllt ist, suchen uns auf", denkt Nebe, der nun schon ein Jahr in Rotenburg an der Fulda weilt, als ein Rentner eine billige, demolierte Puppe bei der Polizei abgibt. Es folgen zwei weitere. Geschändete Puppen als Ersatz für Leichen – Langeweile pur für Nebe. Die Dunkelziffer nicht aufgeklärter Morde gleich Null. Und doch legt sich so etwas wie eine leise Vorahnung über die Region. Und dann findet man an einem Wehr der Fulda tatsächlich die Leiche eines kleinen Mädchens. Die Tochter eines geschiedenen Ehepaars.

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Gibt es da einen Zusammenhang mit den Puppen? Nebe macht sich an die Ermittlungen. Ein Ortstermin soll Klarheit schaffen.
Rotenburg liegt mit seinen kleinen herausgeputzten Fachwerkhäuschen idyllisch an der Fulda und der Deutschen Fachwerkstraße, aber auch unweit der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, immer noch ein bisschen Niemandsland. Das Leben dort scheint geprägt von geregeltem Gleichmaß, ein bißchen Tourismus, ein renommiertes Herz- und Kreislaufzentrum, Tagungshotels.
Gepflegte Langeweile – möchte man meinen. Doch nicht nur die Vergangenheit beweist – das täuscht.
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Stand: 08.10.2012